Raumspezifische Heizlastberechnung
Neben der Ermittlung der Gebäudeheizlast wie beim Bedarfsausweis kann es notwendig sein, die Heizlast pro Raum zu ermitteln, z.B. für den hydraulischen Abgleich zur Heizungsoptimierung.
Untersuchungen zeigten, dass die Heizkessel oft um den Faktor 1,8 überdimensioniert waren (Untersuchungen nach Wolff/Jagnow). Die Folgen waren höhere Anschaffungskosten und Effizienzeinbußen und damit höhere Kosten im Betrieb:
- die zu große Umwälzpumpe verbraucht zu viel Energie.
- moderne Brennwertkessel werden nicht im optimalen Arbeitspunkt gefahren.
- von Energieversorgungsunternehmen wird oft ein Grundpreis berechnet, der sich nach der Heizlast bemisst. Bei falscher Heizlastangabe oder falscher Dimensionierung muss auch für die nicht benötigte Leistung gezahlt werden.

Ablauf der raumweisen Heizlastberechnung (nach DIN EN 12831):
- Datenerfassung: Zunächst werden wichtige Gebäudedaten wie die Dämmung, Fensterflächen, Raumgrößen und die spezifischen klimatischen Bedingungen am Standort erfasst.
- Wärmeverluste berechnen: Die Berechnung umfasst Wärmeverluste durch die Gebäudehülle (Wände, Dach, Fenster, Boden), Lüftungswärmeverluste und gegebenenfalls Transmissionswärmeverluste.
- Heizlast ermitteln: Die Summe der Wärmeverluste ergibt die benötigte Heizleistung für jeden Raum, die sogenannte Heizlast.
- Optimale Heizungsanlage: Auf Basis der Heizlast wird die Heizungsanlage dimensioniert, um eine effiziente und gleichmäßige Wärmeversorgung zu gewährleisten.



